Kur/ Reha und Patient/ Cannabisblüten auf Rezept

Hallo an die erfahrenen Patienten da draußen.
Kurze Frage, weil meine Psychaterin was von Kur/Reha erzählt hat.

Ich würde schon gerne mal in Kur/Reha aber das wäre meine erste Reha und ich habe keinerlei Ahnung wie sich das mit meinem Patienten-Status auswirkt. Meine Ärztin meinte beim letzten mal schon ich soll mich informieren, weil sie das verordnen würde und so wie sie das sieht, wäre eine Kur empfehlenswert.

Leider habe ich nicht daran gedacht zu fragen was mit meiner Behandlung ist und was wir explizit mit der Cannabiseinnahme während der Reha machen würden. Daher würde ich gerne von euch wissen… geht das, oder sollte ich mich mit einer Konsumpause während der Kur/ Reha anfreunden?

Gegen eine Konsumpause spricht aktuell:

  • Schlaf- und Durchschlafprobleme
  • Extreme Alpträume mit Aufwachen und Panik/ Angst
  • Starke Rückenschmerzen/ Chronisch sowie rheumatische Erkrankung
  • Migräne und generelles Überdrehtsein (ADHS-Symptomatik).
  • Flashbacks

Durch Cannabis treten all diese Symptome im Hintergrund.
Alpträume und Durchschlafprobleme sind komplett weg.
Flashbacks nur vereinzelt alle paar Monate.
Bewusst Schmerzen habe ich nur selten.

Offizielle Diagnose: K-PTBS (ICD-11) bzw nach dem alten ICD-10 PTBS + Zusatz (sind so Codes).
34 Jahre alt, männlich, 50g @ 12-15 % THC (je nach Kultivar verfügbar).
Selbstzahler.

Liebe Grüße

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Sprichst Du eigentlich von einer medizinischen Reha - dann wird der Antrag an die Rentenversicherung gestellt? Oder geht es um eine stationäre psychosomatische/therapeutische Behandlung für Deine Diagnosen, die Deine Ärztin Dir per Einweisung verordnet?
Oder eine Erholungskur (auch Krankenkasse) die es ja auch ambulant gibt („ambulante Badekur“) - nur da sehe ich Chancen für Dich, weil Du Dich privat selbst unterbringst und Dir dann keiner vorschreiben kann was Du machst. Aber Du mußt dann auch diese Kosten selbst aufbringen.
Alles was stationär ist kann man vergessen, jedenfalls kann ich Dir aus meiner Erfahrung keine Hoffnungen machen.

Mein Freund hat eine sehr ähnliche Ausgangslage wie Du. Er bräuchte eigentlich eine stationäre Behandlung, doch keine Einrichtung zeigt sich da irgendwie offen, im Gegenteil, alle bezeichnen sein Medikament als Droge und würden ihm die Einnahme verbieten. Du wirst in die Suchtecke gestellt und mit Urinkontrollen bedroht etc.

Schwierig wird es dann, weil ohne Dein Medikament die genannten Symptome ja ausbrechen. Diesen werden sie dort mit ihrem Medikamentensortiment beikommen wollen, weil das ja auch Deine Therapiefähigkeit beeinträchtigt (zumindest wenn es um Therapie geht, siehe meine erste Frage). Dann hast Du starke Schmerzmittel, Schlafmittel, und Psychopharmaka mit all den Nebenwirkungen an der Backe. Bzw wenn Du sie ablehnst, kann es wie Verweigerung aussehen und im schlimmsten Fall droht der Behandlungsabbruch…
Vielleicht kann Dir jemand anders hier mehr Hoffnung machen :slight_smile:
Liebe Grüße, viel Kraft!

1 „Gefällt mir“

Hey, danke für den Input und die Infos zu den verschiedenen Kuren und die Zusammenhänge.

Ich würde das Thema ungern ins Negative ziehen, aber ich sehe es jetzt auch sehr schwierig.
So wie es aussieht gibt es da für mich als Patient (insb. Trauma) eher Probleme/ nichts Positives zu sehen. Wie du sagst, wird man abgestempelt als Süchtiger (in meinem Fall noch bevor ich von Multi-Tox und Obdachlosigkeit erzählen kann) - das hab ich immer wieder selbst erlebt und oft gedacht, dass ich mit meiner Entscheidung für Cannabis anstatt Multi-Tox irgendwas falsches tue?
Ich als Betroffener mache dann komplett zu und gehe in die Isolation/ schließe mich weg. Es kommt mir so vor, als würde ich ausgeschlossen, nur weil ich Cannabis nehme. Und dann verstehe ich die Welt nicht mehr.

Meine Ärztin hat es glaube ich wirklich gut gemeint… und vielleicht auch selber keine Ahnung wie man mit sowas umgeht? Das naheliegendste für mich wäre jedenfalls, sich bei seinen Patienten zu informieren. Angst davor, dass sie schauen wollte wie ich auf mögliche Pausen/ Kur reagiere, habe ich eher weniger.

Also mal schauen, ob es hier Hoffnung gibt.
Eventuell habe ich in zwei Wochen aber auch nochmal News, wenn ich das nächste mal in der Praxis war.

Liebe Grüße und Dankeschön
Alles Liebe dir

2 „Gefällt mir“

Hallo! Und gibt es etwas Neues? L.G.

Hey es gab bisher nichts neues.
Keine Kur und weiter Behandlung privat mit Blüten aus der Apotheke.

Es dauert alles ewig und das Geld fließt einem durch die Hände :expressionless: ich kenne das. Bleib dran!

Hi Ich war in einer psychosomatischen Klinik in Bad Neustadt, Bayern
Und mir wurde untersagt Cannabis einzunehmen. Gehe jetzt auf Reha über die Rentenversicherung und hab der Reha mitgeteilt das ich cannabispatient bin und meinen Vorrat für 4 Wochen mitnehme.
Hab das Ok vom Chefarzt.

1 „Gefällt mir“

Würde mich freuen, wenn du in 1-2 Monaten mal berichtest.
Mich interessiert, ob du dort in Reha uneingeschränkt an deine Medikamente kommst.

Alles Gute und drücke die Daumen.
Lass es dir so richtig gut gehen :slight_smile:

Wow, das ist ja mal was! Dampfst Du Blüten oder nimmst Du Fertigpräparat? Das erstere sieht (und riecht) halt weniger „klinisch“ aus und kann daher die anderen Patienten neugierig bis neidisch machen bzw auch Konsumlust triggern. Man muß ja auch mitgebrachte Medis standardmäßig bei den Schwestern abgeben und sich immer abholen, weil sie kontrollieren wollen wieviel Du nimmst. Ich hoffe, Du mußt da nicht zuviel „Pionierarbeit“ leisten.

Ich wäre auch sehr an Deinen Erfahrungen interessiert und ggf dem Namen der Klinik, falls bei meinem Freund auch wieder eine Reha über die Rentenversicherung ansteht. Wir haben wie gesagt überall nur Ablehnung erfahren. Viele Grüße und eine gute Reha!

Hi,
Ich konnte meine Präparate ohne Probleme einnehmen. Hab das mit dem Oberarzt vorher abgeklärt und es gab keine Probleme. Meine Präparat wurde auch beim Empfang entgegengenommen was mir von der Apotheke zugeschickt wurde. Alles kein Problem

1 „Gefällt mir“